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Andacht zur Vorbereitung Ev. Jugendfestival am 22. 2. 2018 in Volkenroda

Kannste Glauben

Ach du meine Nase“, würde Pittiplatsch vermutlich sagen, „was habt ihr euch denn da ausgedacht?“

Ein Jugendfestival unter diesem Motto, in einer der gottlosesten Gegenden der Erde.

Glauben – was soll das?

Gut, die meisten, die kommen werden, kommen aus Gruppen, die zur Evangelischen Jugend gehören. Die werden schon etwas damit anfangen können. Aber selbst da bin ich mir nicht so sicher.

Glauben wird in unserer säkularisierten Welt meist als etwas verstanden, was man für „wahr“ halten soll.

Googelt man, kommt folgendes heraus:

glau - ben

1.       etwas für wahr, richtig oder möglich halten.

Verb [mit OBJ/ohne OBJ] (jmd. glaubt (an) etwas Akk.)

"Sie glaubte ihm kein Wort mehr."

2.       meinen, der Ansicht sein.

Verb [mit OBJ] (jmd. glaubt etwas Akk.)

"Ich glaube, dass dieser Plan gut ist."

3.       vertrauen.

Verb [ohne OBJ] (jmd. glaubt an etwas Akk.)

"Glaubst du noch an seine Ehrlichkeit?"

4.       aufgrund seiner religiösen Einstellung von der Existenz einer Person, Sache überzeugt sein.

"Sie glaubt an die Auferstehung Christi."

 

Interessanterweise gibt es bei Wikipedia zwei Artikel dazu:

Glauben – Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Glauben 

"Unter Glauben versteht man ein Fürwahrhalten ohne methodische Begründung. Glauben in diesem Sinne bedeutet, dass ein Sachverhalt für scheinbar (hypothetisch) wahr oder wahrscheinlich gehalten wird. Darin unterscheidet sich „Glauben“ im weiteren Sinne einerseits vom religiösen Glauben im engeren Sinne, der stets auf dem Willen zum Glauben beruht und die absolute Wahrheit des Glaubensinhalts (z. B. der Existenz Gottes) unterstellt; andererseits unterscheidet sich Glauben von Wissen, das als wahre und gerechtfertigte Tatsache verstanden werden kann."

 

Glaube – Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Glaube 

"Das Wort Glaube (auch Glauben; lateinisch fides; indogermanisch leubh ‚begehren', ‚lieb haben', ‚für lieb erklären', ‚gutheißen', ‚loben') bezeichnet hier eine Grundhaltung des Vertrauens, v. a. im Kontext religiöser Überzeugungen."

Und damit sind wir wieder bei Pittiplatsch: Wenn der sagte „Kannste glauben“, dann ging es ihm auch immer darum, dass ihm vertraut wurde. Denn er ist ja Pittiplatsch, der Liebe. Und damit ist er mit Abstand zur beliebtesten Sandmann-Figur geworden.

Wie es der Zufall will (oder die Herrnhuter Vorsehung), sind Losung und Lehrtext von heute genau zu dem Thema:

Lehrtext:

Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Matthäus 14,31

..viele kennen die Geschichte:

"25 Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, wandelnd auf dem See.  26 Und als die Jünger ihn auf dem See wandeln sahen, wurden sie bestürzt und sprachen: Es ist ein Gespenst! Und sie schrieen vor Furcht.  27 Alsbald aber redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid gutes Mutes, ich bin's; fürchtet euch nicht!  28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf den Wassern.  29 Er aber sprach: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiffe und wandelte auf den Wassern, um zu Jesu zu kommen.  30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und sprach:  31 Herr, rette mich! Alsbald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum zweifeltest du?" 

Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?

4.Mose 23,19

Dieser Vers ist aus der Geschichte mit Bileam und seinem Esel, bei dem Gott Bileam durch seine Eselin zur Umkehr zwingt, damit er ein Segen wird. Und da sagt Bileam:

"Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?"

 

Worum geht es also:

Um verwegenes Vertrauen. So verwegen, dass man damit übers Wasser laufen kann. Wie Petrus. Die Bibel ist voll von solchen Geschichten.

Vertrauen, dass die Welt um uns herum liebenswerter, besser, lebenswerter macht.

 

Nun gut, gehen wir also mit verwegenem Vertrauen an die Vorbereitung des Jugendfestivals.

Das ist auch nicht schlecht.

Aber eigentlich geht es beim Festival um etwas anderes:

Etwas von diesem verwegenen Vertrauen spürbar werden zu lassen, dass die jugendlichen Teilnehmenden und genauso auch wir es merken, darüber reden und es mitnehmen.

 

So dass wir mit mit Pittiplatsch sagen können: „Kannste glauben“